Reise in eine Parallelwelt
Reise in eine Parallelwelt
Kaikaoss Kamal stellt bis zum 11. Januar seine Bilder in der Galerie “haw” aus
Aventoft/kon – Die derzeitige Ausstellung mit Ölbildern des Künstlers Kaikaoss Kamal in der Galerie “haw” im Buchdorf Aventoft sollte kein Kunstfreund versäumen,
denn sie ist sogar im Wortsinne fantastisch. Der Künstler zählt zu den Super-Realisten. Seine fast schon surreal anmutenden, mit erstaunlicher fotografischer Exaktheit ausgeführten Bilder
strahlen eine unglaubliche Ruhe und Festigkeit aus. Der Künstler scheint sich in seinen Arbeiten einer Fantasiewelt zuzuwenden, in der er eine eigene visuelle Sprache entwickelt und ein heitllres
Gefühl des Vollkommenen vermittelt. Er gibt dem Betrachter vordergründig keine Probleme auf, denn alles ist auf den ersten Blick erkennbar: Musikinstrumente, fallende Notenblätter, die als
Unterlage für einen Frauenakt dienen, Spielzeuge, Masken und immer wieder Kirschen. Alles macht einzeln betrachtet Sinn.
Es stellt sich aber zwangsläufig die Frage, warum die Frau auf Notenblättern ruht und sich rote Kirschen Kiloweise über Bilder ergießen. “Der Künstler spielt auf eine raffinierte Art und Weise
mit unseren Wahrnehmungen”, schreibt der Kunstkritiker Dr. Rainer Grimm, der die profunde Technik und bildnerische Intelligenz des 1965 geborenen Künstlers hervorhebt. Kaikaoss malt seit seiner
Kindheit. Nach dem Abitur studierte er in Minsk in Russlcmd sechs Jahre Malerei. Sein Studium schloss ermit der Mastergraduierung ab. Kaikaoss lebt und arbeitetin Köln. Der Künstler, der an
mehreren Bildern gleichzeitig arbeitet, hat im europäischen Ausland und in den USA ausgestellt. Die Verbindung zur Aventofter Galerie wurde durch Jan Leseberg, Mitglied der deutsch-dänischen
Künstlergruppe “haw” und Markus Leicher hergestellt. Markus Leicher, der viel mit Künstlern arbeitet, führte in das Werk des Malers ein. Beinahe jeder Bildbetrachter frage sich, was es auf sich
habe mit den Kirschen, warum der Künstler keine Melonen malt. Der Grund sei simpel: Kirschen malen sich schneller als Melonen. Karten malt Kaikaoss laut eigener Aussage, weil Karten gemischt
werden und aus Zufall Schicksal wird. Sein Argument: “Wer aufhört zu spielen, hat verloren.” Wie Markus Leicher ausführte, “täuscht der Künstler das Auge; seine Wirklichkeiten sind surreal und
führen in eine Parallelwelt, die scheinbar Geheimnisse bergen.” Kaikaoss plane seine Bilder nicht. “Alles entsteht beim Malen, jedes Teilstück, jeder Schatten sitzt an der richtigen Stelle”, so
Leicher. Die hintergründig gemalten Bilder des Künstlers sind noch bis zum 11. Januar in der Galerie “haw” in der Dorfstraße 13 im Buchdorf Aventoft während der Öffnungszeiten (dienstags bis
sonntags von. 1I bis 19 Uhr) zu sehen.
Südtondern Nachrichten vom 17.12.2008
Kunstraum 27 in Köln/ Rodenkirchen zeigt Malerei von Kaikaoss
Rodenkirchen – Kölner Bilderbogen. Februar 2009
Von Engelbert Broich
Flüchtige Betrachtung birgt stets die Gefahr einer lückenhafter Interpretation. Gleichfalls kann sie den Genuss schmälern. Diese Hinweise erscheinen gerade bei
Kaikaoss’ Gemälden angezeigt. Seine figürlichen,magisch realistischen Darstellungen verleiten zu einem raschen Urteil: sinnlich, farbenfroh, verspielt. Dabei können leicht die Bedeutung von
Mittel- und Hintegrrund verkannt, die Fülle an Details und Verbindungen übersehen werden. Statt Eindeutigkeit wählt Kaikaoss nämlich häufig das Rätselhafte. Da tummelt sich ein Paar in einem Meer
von Kirschen. Ihre Blößen sind vom rot-reifen Obst verdeckt, dessen Süße und lockende Farbe für weibliche Lippen und den Kuss schlechthin stehen, die Liebe und Erotik symbolisieren.
Gebürtig ist Kaikaoss in Kabul. Jahrgang 1965, machte er in Afghanistan auch seine ersten künstlerischen Schritte. Ein Studium in Minsk schuf die klassischen Grundlagen in Zeichnung und Malerei.
Seit 1991 lebt und arbeitet Kaikaoss in Deutschland. 2004 zog er nach Köln. Ab Freitag, 27. Februar, 19 Uhr (Eröffnung), ist im Rodenkirchener KUNSTtRAUM 27 des Ehepaares Hillebrand eine kleine
Auswahl seiner Olgemälde zu sehen. In diesen ergänzen sich häufig Passivität und Dynamik. Selbst dort, wo man zunächst Ruhe wahrnimmt, ist Bewegung im Bild: rollende, fallende Kirschen,
schwebende Herzen, flatternde Notenblätter, taumelnde Masken, sich windende, prächtig blühende Pflanzen. So erscheinen Dinge und Verhältnisse verborgen, andere offen gelegt oder es werden
Durchblicke geschaffen. Kaikaoss, der auch Portraitaufträge annimmt, operiert mit Farbabstufungen und unterschiedlichem Pinselstrich: malerisch-flächig hier, zeichnerisch-linear dort. Von ihrer
Atmosphäre her bleiben seine Schöpfungen häufig unklar. Fast immer “erzählen” sie Geschichten. Wie das Stilleben, in dem eine gelbgrün “bekleidete” Frau in einer Ansammlung von Büchern, Kannen,
Modellautos, Rädern selbst wie ein “still stehender” Gegenstand anmutet. Zu Kaikaoss’ Fertigkeiten zählt nicht weniger die Augentäuschung. Denn die prallen Kirschen entpuppen sich als nicht
essbar, und die Landschaftszeichnung mit den echt wirkenden Knitterspuren als Gemälde im Bild. Alles bleibt Verlockung. Geöffnet ist die Ausstellung im KUNSTtRAUM 27 im bauhaus,
Walther-Rathenau-Straße 27, bis 17. April: donnerstags und freitags von 14 bis 20 Uhr. Feiertags ist geschlossen.
VON DOMENICA RODE
BREMERVÖRDE. Bremervörde, Wien, Tokio – so lautet der Terminplan von Kaikaoss für seine Ausstellungen in den kommenden Wochen. „Kunst an der Oste“ im Kultur- und Heimatkreis ist es gelungen,
einen hochkarätigen Künstler in die Ostestadt einzuladen. Zur Ausstellungseröffnung am Samstag im Bachmann-Museum kamen zahlreiche Kunstfreunde und interessierte Besucher, um in die „gemalten
Bilder-Welten“ des Kaikaoss einzutauchen.
Corinna Cordes, die gemeinsam mit Hedi Dankowski und Christoph Wilhelm die Arbeitsgruppe „Kunst an der Oste“ im Kulturund Heimatkreis leitet, begrüßte die Gäste der Vernissage und bedankte sich bei allen Helfern. Reinhard Brünjes, stellvertretender Landrat und Vorsitzender des Kuratoriums Bachmann-Museum, übermittelte die Grüße vom Landkreis zu dieser ganz besonderen Ausstellung. „Ich bin froh und stolz, dass wir unsere Räume zur Verfügung stellen können. Heute Bremervörde, demnächst Wien, dann Tokio, das ist ja schon eine größere Nummer“ meinte Reinhard Brünjes. „Gemalte Bilder-Welten“, so der Titel der Ausstellung, präsentiert eine Reihe der neueren Werke des afghanischen Künstlers. Kaikaoss wurde 1965 in Kabul in Afghanistan geboren. Dort erhielt er seine erste künstlerische Ausbildung. Das Kunststudium absolvierte er in Minsk in Weißrussland. Er beendete dieses Studium 1990 mit einem Diplom. Aufgrund der politischen Verhältnisse in Afghanistan tauchte er zunächst unter und strandete schließlich in Deutschland. Viele Jahre lebte und arbeitete Kaikaoss in Hannover. Neben Einzelausstellungen in deutschen Städten war er an einer Reihe internationalen Gemeinschaftsausstellungen beteiligt. In der Biografie von Kaikaoss, so der Künstler und Kunsthistoriker Dr. Rainer Grimm, der die Laudatio hielt, liege die „brillanteTechnik, mit der er seine Bilder malt“, begründet. Im Gegensatz zu den deutschen Kunsthochschulen in den 80er Jahren erhielten Kunststudenten in Russland noch eine klassische Ausbildung in den künstlerischen Techniken. Daraus resultiere die Präzision, mit der die Bilder gemalt worden seien. Viele Bilder ließen sich der so genannten „Trompe l’oeil“, der der „Augentäuscher-Malerei“ zuordnen, bei „der das Auge durch malerische Mittel so raffiniert getäuscht wird, das wir die gemalten Gegenstände direkt vor uns zu sehen meinen“. Der Maler selbst trete hinter dem Motiv zurück. Es entstehe eine Fiktion „zwischen Realität und Traum“. Eine solche Malerei sei bekannt von den „veristischen Surrealisten, wie etwa Salvador Dalí oder René Margritte“, erläuterte Rainer Grimm.
An den Bildern „Afghanistan/ Historia Perpetua“ und „Pygmalions Traum“ beschrieb der Laudator die Bandbreite des Künstlers Kaikaoss. „Er ist ein Zauberer, der uns etwas sehen lassen kann, was für
andere nicht sichtbar wäre – er kann Welten entstehen lassen, die uns im wahrsten Sinne des Wortes be- und verzaubern können“.
In einigen neueren Arbeiten ist eine sehr politische Tendenz zu erkennen, in denen sich Kaikaoss von den streng religiösen, einengenden Vorschriften in seiner Heimat abgrenzt. Hierzu passt auch
das abschließende Kunst- Event „Burka meets Art“. Eigens für die Ausstellung hat Kaikaoss farbenfrohe Burkas – Ganzkörperschleier – anfertigen lassen, die die Besucher anprobieren konnten, um die
Realität einmal durch die einengende Sichtweise einer Burka wahrnehmen zu können. Musikalisch wurde die vernissage von Alex Kozmidi begleitet. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Oktober,
dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr im Bremervörder Bachmann-Museum zu sehen.
www.kulturundheimat.de
Der Tipp des Tages
Realistisch- Surrealistisches von Kaikaoss
Auf den ersten Blick wirken die Bilder des Künstlers Kaikaoss völlig natürlich. Die Werke, die zurzeit in der Galerie Seifert am Bothfelder Anger 8 zu sehen sind, spielen erst auf den zweiten Blick mit Wahrnehmungserwartungen. Man sieht Instrumente, Spielzeuge, Frauen und Männer, die ganz realistisch wirken. Erst nach einer Weile sind Details zu erkennen, die „in Wirklichkeit“ gar nicht so sein können. Kaikaoss studierte Kunst im weißrussischen Minsk. Dort genoss er eine klassische Ausbildung in Zeichnung und Malerei. Seit 1991 lebt er als freischaffender Künstler in Deutschland. Kaikaoss’ Malerei wird stilistisch zwischen veristischem Surrealismus à la René Magritte und neueren Tendenzen einer realistischen Malerei eingeordnet.
Die Ausstellung ist bis zum 29. Mai mittwochs von 16 bis 20 Uhr, freitags von 17 bis 20 Uhr sowie sonntags von 16 bis 19 Uhr geöffnet. nke / pr.
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